skip to Main Content
Kollegiale Fallberatung

Kollegiale Fallberatung – Was ist das?

Die Kollegiale Fallberatung ist eine strukturierte Form der Fallbesprechung, bei der eine Kleingruppe von max. 8 Personen Lösungsansätze zu aktuellen Fragestellungen der Teilnehmer entwickelt. Die unterschiedlichen Erfahrungen, Kenntnisse und Blickrichtungen der Gruppe werden genutzt, um die individuelle Wahrnehmung einer Person auf ihr Thema durch die Sichtweisen anderer zu ergänzen. Der Charme dieser pragmatischen Methode liegt vor allem in ihrem hohen praktischen Nutzen, leichter Verständlichkeit und der Möglichkeit einer vielseitigen Anwendung.

Ziel der Kollegialen Fallberatung ist es,
  • kurzfristig umsetzbare Lösungen zu aktuellen Herausforderungen und Fragestellungen zu entwickeln und
  • langfristig die Problemlösungskompetenz, Dialog- und Selbstreflexionsfähigkeit aller Beteiligten zu erhöhen.

Funktionsweise

In der gemeinsamen Bearbeitung eines individuellen Anliegens (= Praxisfall) werden Wissen einerseits und Intuition andererseits der Kurskollegen aktiv einbezogen und als geteilte Erfahrung im Beratungsprozess genutzt. Die Kollegiale Fallberatung ermöglicht die Reflexion der Selbstwahrnehmung des Einzelnen durch die Konfrontation mit der Fremdwahrnehmung der anderen. „Blinde Flecken“ in den eigenen mentalen Modellen und gewohnheitsmäßigen Sicht- und Handlungsweisen können aufgedeckt werden und neue Handlungsalternativen entstehen.

Ablauf einer Kollegialen Fallberatung

Die Kollegiale Fallberatung verläuft nach einer vorgegebenen Struktur. Anhand konkreter Leitfragen werden individuelle Anliegen innerhalb von 60 – 90 Minuten erfolgreich bearbeitet. Eine typische Kollegiale Fallberatung verläuft in  7 aufeinanderfolgenden Phasen:

Grafik_Ablauf

Rollen

Vor Beginn jeder Fallberatung einigen sich die Teilnehmer auf eine klare Rollenverteilung:
Der Fallgeber ist derjenige, der seinen „Fall“ (= sein individuelles Anliegen) in die Gruppe einbringt und nach Lösungsansätzen sucht.
Die Fallberater spiegeln dem Fallgeber ihre Wahrnehmungen und Vermutungen offen und ehrlich und schildern ihre Idee im Rahmen der Lösungsfindung.
Der Moderator führt durch die Phasen und ermöglicht die konstruktive „Fallbearbeitung“ im vorgegebenen Zeitrahmen.
Der Prozessbeobachter beobachtet den Ablauf der Kollegialen Beratung und gibt im Anschluss ein Feedback zum Prozessablauf.
Der Schreiber notiert die Ergebnisse der Gruppenreflexion und Bewertung in den Phasen.

Formen und Anwendungsmöglichkeiten

Die Kollegiale Fallberatung findet sich heutzutage in verschiedensten Formen und einem breiten Spektrum von Anwendungsbereichen wieder. Erfahrene Coaches befähigen Sie im Rahmen unseres CAN Programms zum sicheren Einsatz der Methode. Nach häufigem Praktizieren können Sie diese sehr leicht in Eigenregie im eigenen Führungsalltag anwenden.

Sie haben Interesse an der Kollegialen Fallberatung für eine bestimmte Personengruppe in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Organisation?

Neben dem CAN Programm begleiten wir Sie gerne in der Konzeption und Durchführung eines internen Angebots für homogene Gruppen wie Führungskräfte, Nachwuchsführungskräfte oder Frauen in Führungspositionen. Kontaktieren Sie uns!

Vertiefende Literatur

  • Franz, H., & Kopp, R. (2010). Kollegiale Fallberatung. State of the Art und organisationale Praxis. Berlin: EHP.
  • Brandenburg, T. (2012). Kollegiale Fallberatung als Beratungsformat für Fach- und Führungskräfte. In Meinald T. Thielsch & Torsten Brandenburg (Hrsg.). Praxis der Wirtschaftspsychologie II – Themen und Fallbeispiele für Studium und Anwendung. Münster: MV-Wissenschaft.
  • Lippmann, E. (2009). Intervision. Kollegiales Coaching professionell gestalten. Heidelberg: Springer Medizin Verlag.